Die Historie der Societe ist nicht genau nachvollziehbar. Dennoch gibt es einige Eckpunkte und Daten, die eine wage Geschichte zurückverfolgen lassen. Ab 1671 gibt es erste Aufzeichnungen über die Societe. Es ist jedoch auch möglich, dass sie schon 100 Jahre früher gegründet worden ist. Zu dieser Zeit existierte eine Familie Stuart, die zwar nicht bewiesen etwas mit dem Entstehen der Societe zu tun gehabt hat, doch es gibt genügend Anhaltspunkte und Indizien, die dafür sprechen. Wir können jedoch sagen das sie definitiv Mitglieder der societe waren.
17. Jahrhundert – Der Anfang mit Familie Stuart
Die Gesichte der Familie Stuart ist bis auf das Jahr 1650 zurückzuführen. Hier wurde der junge Gawain Stuart geboren. Die Namen des Vaters und der Mutter sind unbekannt, wobei es möglich sein könnte, dass Gawain aus einer heimlichen Affaire entstanden ist, denn seine Eltern waren nicht verheiratet, kamen allerdings beide aus adligen Kreisen. Gawain wurde jedoch angeblich nicht von seinen Eltern, sondern von einer Gouvernante aufgezogen. Aus Dokumenten zufolge war ihr Name Mrs. Christabella Wyndham, die schon die Gouvernante von Karl Stuart war, sein möglicher Vater.
Gawain Stuart war nicht gut auf seinen Vater zu sprechen. Aus seinen persönlichen Aufzeichnungen geht hervor, dass sein Vater nur Zeit für seine Geliebten hatte. Gawain kämpfte um die Aufmerksamkeit seines Vaters, die er nie zu spüren bekam. Er wuchs in London auf und es sollte ihm jedoch an nichts fehlen. Auf Wunsch seines Vaters nahm er an vielen Sportarten teil. Dies wurde aus verschiedenen Dokumenten heraus bestätigt.
Im Alter von 30 Jahren setzte sich Gawain durch und veranstaltete seinen ersten Boxkampf. In dieser Zeit war Boxen noch eine Mischung aus Boxen und stehendem Ringen. Festgesetzte Regeln gab es nicht. Den ersten schriftlichen Beweis für einen Zweikampf fand man in einer Londoner Zeitung um 1681. Im französischen nannte man damals eine sportliche Vereinigung junger Männer Sociétés de Sports Athlétiques. Solch eine Societe wurde auch von Gawain besucht. Später kamen die Boxkämpfe auch in das Londoner Königstheater, wo die Familie Stuart regelmäßig zuschaute, denn es waren bekannte Boxer der Societe zu sehen.
18. Jahrhundert – Erste Regeln beim Boxen
Oliver Stuart war der erste Sohn von Gawains, der Anfang des 18. Jahrhunderts starb. Nachdem der junge Oliver die Boxkämpfe gesehen hatte, wollte er selbst boxen. Dazu besuchte er ein angemessenes Fitnessprogramm und erlernte auch die Kunst des Fechtens. In dieser Zeit lernte er auch seinen späteren Freund Oliver James Figg kennen, ein Vertrauter der Societe und erster offizieller Boxmeister 1719.
Kurz darauf fand der erste Londoner Preisboxkampf zwischen Stopa L'Acgua und John Whitacker statt. Der Veranstalter dieses Kampfes war James Figg. Dieser ging noch glimpflich aus. Als jedoch das erste Todesopfer aus dem Boxkampf getragen wurde, wollte die Societe erste Regeln einführen, um eine solche Brutalität zu verhindern. Der Sieger des Todeskampfes war Jack Broughton, ein Schüler von Figg. Er setzte sich kurz darauf ein, die neuen Regeln zu verstärken, und es wurden die „Broughton Rules“ verankert. Sie waren die Vorläufer der Londoner Price Rules. Im gleichen Jahr wurden auch die Boxhandschuhe durch Broughton eingeführt.
1760 traf Großbritannien ein großer Schock, denn alle öffentlichen Boxkämpfe wurden verboten. Die Politik folgte jedoch nur dem Anraten der Societe. Der erste schwarze Boxer in dem Land hieß Bill Richmond aus den USA. Er kam getarnt nach England und wollte illegal Boxkämpfe austragen.
Es ist möglich, dass auch die Gebrüder Leopold und Lionel zum Ausbau der Societe beigetragen haben. Der eine Bruder reiste gern in den Fernen Osten, der andere in die USA. Durch sie wurden Menschen aller Kulturen, Hautfarben und Religionen in der Societe später gleich behandelt werden. Außerdem kümmerten sich die beiden Brüder wohl auch um die Finanzen der Societe. Im Jahre 1789 erhielt sogar die Französische Revolution finanzielle Mittel von der Societe.
Man könnte die Societe mit den damals bekannten Freimaurern vergleichen. Alle Entscheidungen wurden demokratisch getroffen. Eine Hierarchie bestand bei der Societe jedoch nicht.
19. Jahrhundert – Die Société Athlétique wächst
Der erste internationale Titelkampf fand im 19. Jahrhundert statt. Es war der Kampf zwischen dem „Champion of England“ Tom Cribb und dem Afroamerikaner Tom Molineaux in Copthall Cammon in England. Über die offizielle Anerkennung verschiedener farbiger Sportwettkämpfe freute sich die Societe sehr. Aufgrund der vielen Reisen nahmen immer mehr internationale Sportler an den Wettkämpfen teil. Bald schon kann sich die Societe nach Amerika und Frankreich ausbreiten.
Im Jahr 1838 veranlasst die Societe auch die Überarbeitung der Broughton Rules. Es entstanden die Revised London Prize Rules. Seit dieser Zeit an wurden Kämpfe im Ring ausgetragen und der Kampf endete, wenn einer der beiden Boxer zu Boden ging. Es wird sich erzählt, dass auch ein Grieche an den Kämpfen teilgenommen hat, der eine Art Wrestling mit nach England brachte. Daher wird auch vermutet, dass die Societe nicht nur in Boxkämpfen, sondern auch bei anderen Sportarten die Fäden im Hintergrund hielt.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Queensberry Regeln veröffentlicht. Der erste offizelle Wettkampf nach diesen Regeln fand zwischen Jo Sulivan vs. Dominick Mc Caffrey statt. Kurz darauf boxte man nur noch nach den neuen Queensberry Regeln. Immer wieder konnte es die Societe schaffen, neue Sportler zu gewinnen und sich immer mehr auszubreiten.
1887 wurde in Paris die Union des Sociétés Françaises de Course (USFSA) gegründet. Am Anfang war es ein reiner Leichtathletik-Verband, doch nur 2 Jahre später, öffnete er sich gegenüber anderen Sportarten, wie Rugby Union, Feldhockey, Fußball, Fechten, Schwimmen und viele andere Sportarten. Dieser Verband war ein Ableger der Societe, wobei im Vorstand einige Schlüsselfiguren der Societe waren. Die Anzahl der dazugehörigen Vereine stieg stetig an.
20. Jahrhundert – Angesehener Sport
Im Jahr 1904 wurde Boxen erstmalig als olympische Disziplin aufgenommen . Kurz darauf wird in Paris die FIFA gegründet. Als Gründer gelten der Niederländer Carl Anton Wilhelm Hirschmann und der Franzose Robert Guérin. Robert Guérin gehörte auch der Union des Sociétés Françaises de Sports Athlétiques an.
1910 verstarb der letzte Nachkomme mit dem Namen Stuart und die Spuren der Societe verlieren sich. Durch einen Brand im Ersten Weltkrieg im Oktober 1916 wurden fast alle Dokumente und Reliquien der Societe in London zerstört. Die örtliche Polizei sprach von einem Anschlag. Es kann nicht exakt rekonstruiert werden, welche weiteren Familienmitglieder noch zugehörig waren. In den Jahren danach spalteten sich zahlreiche der Kommissionen ab und gründeten eigenständige Verbände, wie zum Beispiel die Fédération Française de Football und die Fédération Française de Rugby.
Im Jahr 1926 und 1930 wurden zwei Schwestern geboren, die noch zum Clan der Stuarts gehören könnte. Genau nachvollziehen kann man dies jedoch nicht. Sie trugen nicht den Namen Stuart gehörten aber der Societe an. Dennoch bleiben viele Fragen über die Geschichte der Societe offen.
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